Anwendungsbeispiele aus verschiedenen Bereichen

Die Namen der Kinder wurden geändert

Vorschule / Prävention

Lukas, 6 J. war ein Junge, der alles gern schnell und ungeduldig erledigte, er konnte nicht stillsitzen und sich dabei gleichzeitig konzentrieren. Er hatte bisher kaum gemalt, vorgegebene Formen konnte er nicht nachspuren. Lukas profitierte sehr von dem Prinzip der manuellen Führung. Sie ermöglichte ihm das „sich Einfühlen" in eine Schreibbewegung. Seine Mutter schrieb: „Lukas Fingerhaltung beim Schreiben und Malen hat sich durch die Übungen immens verbessert. Seine Hand ist nun locker und entspannt. Auch seine Konzentrationsfähigkeit hat sich verbessert. Er merkt es vor allem selbst, dass Dinge, die ihm vorher schwer fielen, jetzt viel leichter von der Hand gehen, das bringt ihm Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl".

Bereich Lernhilfe / Schule für praktische bildbare Schüler

Eine Ergotherapeutin berichtet: „ Ich habe R3 in der Arbeit mit einer praktisch bildbaren jungen Frau zur Unterstützung des Schreiblernprozesses eingesetzt. Ihre Motivation war groß, denn sie hatte gerade entdeckt, Schriftzeichen als Kommunikationsmittel einzusetzen. Leider war es ihr, trotz vieler Bemühungen der Schule, nicht gelungen, Druckbuchstaben als Laut und auch als Bild sicher zu speichern und so eine Verknüpfung zwischen Graphem und Phonem zu erreichen. Mit R3 schaffte sie die nötige Konzentration, legte die oberflächliche Schnelligkeit ab und erreichte zuerst die motorische Sicherheit bei der Ausführung der Buchstaben und sehr schnell danach auch deren visuelles und auditives Benennen. Das sensomotorische Arbeiten mit R3 wurde zu Haus von der Mutter täglich begleitet.

Martin, 10 J. 4.Klasse einer Schule für Lernhilfe. Der Deutschunterricht war für ihn einfach nur schrecklich, das Schreiben war bisher eine unüberwindbare Hürde. Er schrieb sehr groß, konnte seine Schrift nicht an den zur Verfügung stehenden Raum anpassen, Reihen wurden nicht eingehalten, die Buchstaben nicht formkonstant, das Schriftbild war schwer lesbar. Martin erhielt parallel zumR3 Training Ergotherapie. Nach 15 Therapieeinheiten war die Schrift kleiner, flüssiger, formkonstant und gut lesbar. Die Stifthaltung verbessert. Seine Hausaufgaben konnte Martin jetzt schneller fertigstellen.

Schreib-Lese- Erstunterricht

Moritz 7 J. Ende der 1. Klasse, besuchte eine Privatschule, die er auf eigenen Wunsch am Ende der 1. Klasse verließ, weil er, wie er sagte „ nach einem Jahr immer noch nicht schreiben und lesen konnte". Er sollte nun in eine Regelschule umgeschult werden, leider mit der Vorgabe, dass dort der Großteil der Mitschüler einen erheblichen Lernvorsprung hatte. Moritz kannte die Anwendung von R3 bereits aus seiner Vorschulzeit, deshalb wandte sich seine Mutter ratsuchend an mich. Moritz war begeistert, er holte den Lernrückstand innerhalb weniger Wochen nach und konnte am Ende der Sommerferien schreiben und lesen. Seine Mutter schrieb mir Anfang August: „Moritz schreib schon regelmäßig frei seine eigenen Mitteilungen - meistens an seinen Vater. Unser Sohn liest täglich eine dieser wunderbaren Geschichten im „Ursula Wölfel Lesebuch" gemäß des Systems des „geführten Lesens". Er kann nun bereits seit den Sommerferien alles lesen, obwohl er sozusagen erst fünf Wochen vor den Ferien mit Lesen- und Schreiben lernen begonnen hat".

Mehmet, 6 J. 1. Klasse, freute sich sehr auf die Schule, aber dann kamen leider der Schreibunterricht und die Hausaufgaben. Das Schreiben war soooo mühsam, immer wieder radierten sein Vater oder seine Mutter seine Buchstaben weg und er musste sie noch einmal schreiben. Die Nachmittage waren plötzlich viel zu kurz zum Spielen. Als er R3 kennenlernte war er sehr skeptisch, aber er bemerkte sehr schnell den Unterschied zum bisherigen Üben. Mehmet wurde zu einem begeisterten „Schreiber". Nach wenigen Wochen brauchte er keine zusätzlichen Übungszeiten, er hatte das System verinnerlicht und wandte es nun selbstständig an.

Lisa, 6. J. befand sich im letzten Drittel der 1. Klasse. Es gab bereits erhebliche funktionelle und emotionale Probleme beim Schreiben und Lesen lernen, die Einführung der Schreibschrift stand bevor. Lisa war ein sehr bewegungsbedürftiges Kind, ihr Konzentrationsspanne bei Tätigkeiten im Sitzen waren sehr gering. Ein Test der grafomotorischen Fähigkeit ergab leider ein wenig erfreuliches Ergebnis. Lisa begann mit R3 schreiben und lesen lernen, sie erhielt parallel Ergotherapie. Der Beginn war mühsam. Ihre Schreib- und Lesefähigkeit konnte zunächst nicht mit dem von der Lehrerin geforderten Lernzuwächsen Schritt halten, aber ein Gespräch mit ihrer Lehrerin half weiter. Nach 3 Monaten gab es bemerkenswerte Fortschritte, zunächst vor allem beim Schreiben und dann auch beim Lesen. Nach 6 Monaten schrieb Lisa fehlerfreie Lernkontrollen, ihre Schreibschrift war wunderbar formkonstant.

Nina, 9 J. 3. Klasse Waldorfschule konnte nicht lesen. Sie war ein Kind, dass noch sehr bildhaft dachte. Das zeigte sich auch in ihrem Schriftbild. Sie konnte wundervoll abschreiben ( lateinische Ausgangsschrift ), ihre Schrift sah dann aus „wie gemalt", allerdings wußte sie nicht, was sie geschrieben hatte, jedoch kaum frei Schreiben. Ihre Schrift war dann unleserlich, fragmentiert, sie schrieb schräg von links oben nach rechts unter quer über das Blatt. Nina erhielt zunächst solange R3 Training ( ca. 3 Monate ), bis sie alle Buchstaben sicher schreiben und hören konnte. Dann lernte sie mit R3 geführt lesen lernen innerhalb weniger Wochen das Lesen. Dabei wurden zunächst Texte, die sie selbst formuliert hatte gelesen. Danach Ursula Wölfel Geschichten.

Ab 5. Klasse

Karsten, 11. J. 5. Klasse, schrieb nach 4 Monaten R3 Training / lateinische Ausgangsschrift: „ Ich kann die Buchstaben jetzt viel besser schreiben, z.B. das kleine p. Das kleine r und das kleine s sind früher oft zu einem kleinen n geworden. Wie das große X geht, wusste ich früher nie richtig. Es sieht ja dem großen H sehr ähnlich, schreibt sich aber ganz anders. Es ist kein einziger Stop drin. Alle anderen Buchstaben kann ich jetzt auch viel leichter schreiben: Nur wenn ich schnell schreiben muss, wie beim Diktat, mach manchmal noch Fehler"

Bei Michael, 9.Jahre, 5. Klasse wurde eine Rechtschreibschwäche diagnostiziert. Seine Schrift ( vereinfachte Ausgangsschrift ) erschien auf den ersten Blick unauffällig. Die Schriftbildanalyse ergab jedoch, dass Michael die Buchstaben o, a, d, g nicht sicher schreiben konnte, die Übergänge von r zu den folgenden Buchstaben war nicht als Bewegungsmuster integriert, außerdem drückte er sehr stark auf, dadurch war das Schreiben mit einem Füllhalter schwierig. Er war unsicher über die Bewegungsrichtungen und half sich, indem er spiralige Kringel schrieb und die Übergänge irgendwie hinschummelte. Michael schrieb nach 4 Monaten R3 Training sensomotorisch sicher, der Schreibdruck hatte sich normalisiert. Er erhielt zusätzlich lerntherapeutische Unterstützung, die Rechtschreibung verbesserte sich. Der Übergang in die weiterführende Schule gelang gut.